Rodelanleitung

Aus Winterrodeln
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Zur Frage "wie rodelt man richtig" gibt es sicherlich viele Meinungen die sich vielleicht auch teilweise widersprechen, je nachdem ob der Schwerpunkt, auf Spaß, Geschwindigkeit, Sicherheit, Ausgefallenheit, Können, Bahnzustand, etc. gelegt wird und je nach persönlichem Geschmack. Nichtsdestotrotz soll hier versucht werden eine Anleitung entstehen zu lassen. Der Rodelausrüstung ist eine eigene Seite gewidmet. Ein Video über sicheres Rodeln hat der Tiroler Rodelverband gestaltet, ebenso wie die Rodelfibel mit 10 Rodel-Empfehlungen für sicheres Rodeln.


Grundlagen

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  • Auf der Rodel sitzt man aufrecht mit dem Blick voraus, kann sich aber für schnellere Fahrten auch nach hinten lehnen (Verminderung von Fahrtwind) und im Extremfall flach auf den Rücken legen.
  • Nicht mit dem Bauch nach unten auf der Rodel liegend fahren, denn in dieser Lage kann man kaum bremsen.
  • Empfehlenswert ist, sich an der Rodel festzuhalten: Besonders bei einer holprigen Bahn bleibt so die Rodel fix unter einem und man verringert so die Sturzgefahr. Bei einigen besseren Rodeltypen ist der Sitz etwas versenkt so dass man beide Hände für andere "Aktionen" frei hat.
  • Den Riemen hält man in der Hand. Fortgeschrittene Rodler (mit flexiblen Rodeln) können ihn zum Lenken verwenden wie weiter unten beschrieben wird. Hat jemand eine fix verschraubte/steife Rodel (z.B. Bock), dann kann man mit dem Riemen nicht lenken und man kann sich auch auf ihn draufsetzen, damit er nicht unter die Kuven kommt.
  • Wenn man die Beine nicht zum Lenken oder Bremsen braucht, kann man sie auf den Kuven abstellen, besser ist es aber sie nach vorne ausgestreckt an die Spitzen der Kuven zu lehnen.
Rodeln Bremsen.png
  • Zum Bremsen (oder beibehalten der Geschwindigkeit bei steilen oder eisigen Rodelbahnen) drückt man beide Schuhe flach mit den Sohlen direkt neben den Kuven auf den Boden. Je stärker, desto stärker bremst man.
  • Neben der Beschaffenheit der Rodelbahn (weicher Schnee, Eis, ...) spielt die Art der Schuhsohle für die Bremswirkung eine große Rolle. "Schneeketten" für die Schuhe verstärken die Bremswirkung stark.
  • Immer vor Kurven und nicht in Kurven bremsen.
  • Aufpassen, dass die Füße beim Bremsen nicht unter die Kuven geraten, besonders bei holprigen Bahnen.
  • Je weiter vorne man die Füße auf den Boden stellt, desto eher "staubt" man sich selbst ins Gesicht.
  • Vor allem für den hinter einem fahrenden Rodler ist der durch diese Bremstechnik aufgewirbelte Schneestaub lästig. Wer zum Bremsen ständig die Füße am Boden haben muss sollte daher aus Rücksicht auf den dahinter fahrenden Rodler auf einer Seite der Rodelbahn bleiben (nicht ständig Spur wechseln) und Platz zum Überholen lassen.
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  • Die stärkste Bremswirkung erzielt man, wenn man die Rodel vorne aufhebt und mit den Füßen und zugleich hinteren Enden der Kurven im Schnee bremst.
  • Bei Verwendung von Schuhen mit "Schneeketten/Spikes" erzielt man u.U. auch ohne das Anheben ähnlich gute Bremswirkung.
  • Werden bei dieser Art der Bremsung beide Holme in der Hand gehalten, dann rutscht man relativ stabil, muss aber Umgreifen wenn man sich sonst hinten an der Rodel hält. Alternativ kann man auch am Riemen ziehen, um die Rodel vorne hochzuheben, hat dann aber etwas weniger Kontrolle. Im Endeffekt ist es Geschmackssache.
  • Es empfiehlt sich, "Bremstests" zu machen (wenn niemand hinter einem fährt) um den Bremsweg herauszufinden. Man sucht sich einen Punkt am Wegrand, ab dem man so stark bremsen wird wie man kann und einen zweiten dahinter, bis zu dem man glaubt stehenbleiben zu können. Dann vergleicht man die Einschätzung mit der Realität.
Rodeln Kurve Rechts.png
  • Um eine Kurve zu machen, muss man vorher schon auf die Geschwindigkeit abgebremst haben, mit der man um die Kurve kommt.
  • Für eine Rechtskurve drückt man den rechten Fuß in den Schnee neben die Rodeln. Je fester, desto steiler wird die Kurve.
  • Wer "Schneeketten/Spikes" an den Schuhsohlen hat, sollte besser mit den Händen lenken (siehe unten).
  • Je besser die Rodel, desto eher kann man mit Gewichtsverlagerung lenken. Es empfiehlt sich, sich bei Kurven nach innen zu lehnen.
  • Bei höheren Geschwindigkeiten kommt man so bei steilen Kurven ins Schlittern/Rutschen. Gute Rodler können dies durch anpassen des Drucks auf den Fuß und Gewichtsverlagerung so dosieren dass sie mit der Rodel wieder gerade aus den Kurven herausfahren. Anfänger sollten das Schlittern vermeiden und an sicheren Kurven üben.
  • Es gibt noch andere Lenktechniken die höhere Geschwindigkeiten erlauben (siehe unten), denn durch das Drücken vom Fuß in den Schnee bremst man etwas.

Fortgeschrittene Lenktechnik

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Die nebenstehende Abbildung demonstriert neben der oben beschriebenen "Fuß-auf-den-Boden" Technik vier zusätzliche Möglichkeiten, die Rodel zu lenken:

  • Alternativ zum Fuß kann man auch mit der Hand auf der Seite in den Schnee greifen, in die man lenken will. Aber Achtung: nicht alle Handschuhe halten das aus.
  • Es ist weniger (aber auch) der Druck in den Schnee, als die damit mögliche Verlagerung des Schwerpunktes und der dadurch mögliche Druck auf die Rodel, der das Lenken ermöglicht. Je besser die Rodel lenkbar ist, desto besser funktioniert diese Technik.
  • Gegenüber dem Fuß kann man so mit weniger Geschwindigkeitsverlust stark lenken. Vor allem wenn man "Schneeketten/Spikes" an den Schuhsohlen hat, sollte man diese Lenktechnik bevorzugen.
  • Einige Rodeln (sie dürfen vorne nicht verschraubt sein) können gelenkt werden, ohne Fuß oder Hand auf den Schnee zu drücken. Man drückt mit dem Fuß die Rodel ganz vorne in die Richtung in die man fahren will. Das heißt dass man bei einer Rechtskurve mit dem linken Fuß vorne die Rodel nach rechts "schiebt". Mit dieser Technik sind nicht so starke Lenkbewegungen möglich als mit den Bodenlenkungen aber dafür verliert man keine Geschwindigkeit, was besonders für leichte Kurven vorteilhaft ist.
  • Statt mit dem Fuß Kraft auf die Rodel auszuüben kann man auch (bei Rodeln die das unterstützen) den Riemen einseitig ziehen, und zwar an der Seite, in die man lenken will. Auch hier kann man nur leichte Kurven fahren (z.B. "Spurwechseln" innerhalb der Rodelbahn).
  • Eine weitere Möglichkeit Rodeln zu lenken ist Gewichtsverlagerung: Durch gezieltes "Schiefstellen" der Rodel durch (z.B. ruckartige) Gewichtsverlagerung während der Fahrt kann die Fahrtrichtung geändert werden.
  • Die Lenktechniken kann man beliebig kombinieren. Beliebt bei Hobby-Rodlern ist eine Kombination der Riemen-zieh und Fuß-auf-Rodel Technik.

Die Ideallinie in der Kurve

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  • Wenn man sich einer Kurve nähert, dann ist es wichtig, vor der Kurve auf die Geschwindigkeit abzubremsen, mit der man die Kurve bewältigen kann (nicht erst in der Kurve bremsen).
  • Anfänger können bei steilen Kurven stehenbleiben, die Rodel wenden und dann weiterfahren (oder zumindest die Lenkversuche bei Schrittgeschwindigkeit machen).
  • Wer beim Raufgehen auf den Zustand in den Kurven achtet (z.B. Eisplatten) kann die Kurven und die mögliche Geschwindigkeit beim Runterfahren besser einschätzen.
  • Je größer der Radius ist, den man in der Kurve fährt, desto schneller kann man fahren. Dieser kann durchaus größer sein als der Radius der Kurve selbst: Deshalb ist es empfehlenswert sich auf der Außenseite der Kurve dieser zu nähern und frühzeitig lenken zu beginnen.
  • Die in der Grafik gezeigte gelbe Linie zeigt eine Möglichkeit, schnell (mit großem Radius) durch die Kurve zu fahren, aber ohne großen "Sicherheitspolster" gegen der Rand der Bahn am Ende der Kurve.
  • Die grüne Linie ist eine Möglichkeit, mit immer noch großem Radius und etwas Sicherheitspolster die Kurve zu meistern.
  • Bitte beim Raufgehen und Runterfahren im Kurvenbereicht so wenig wie möglich stehenbleiben. Beim Runterfahren bieten sich Kurven zwar durchaus als "Treffpunkt" zum Zusammenwarten an, dann aber bitte ein paar Meter nach der Kurve auf der Innenseite so dass man rechtzeitig gesehen wird: Dort sind die Geschwindigkeiten am geringsten und die schnellen Rodler werden tendenziell außen fahren.

Rodeln in der Nacht

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Viele Rodelbahnen und Hütten haben bis in die Nacht hinein geöffnet, so dass Rodeln nach der Arbeit am Abend möglich ist.

  • Einige Rodelbahnen sind auch nachts extra beleuchtet: Dies ist komfortabel, aber nicht notwendig zum Nachtrodeln.
  • In klaren Nächte mit Mond sieht man schon von vornherein viel. In Vollmondnächten ist der Mond ungefähr zu Mitternacht an seinem Höhepunkt am Himmel, in den Nächten vor Vollmond pro Tag ca. 50 Minuten früher, sodass diese Tage meist gut mondbeleuchtet sind. Nach Vollmond geht der Mond bald so spät auf, dass es am Abend noch dunkel ist.
  • Auch in der Nähe von Städten hat man bei klaren Nächten eine gewisse Grundbeleuchtung.
  • Egal ob künstlich oder durch den Mond beleuchtet: Immer eine gute Lampe mitnehmen. Bei einer Stirnlampe hat man die Hände frei und bei guten Rodelhelmen kann man die Stirnlampe direkt am Helm montieren. So sieht man auch bei dunklen Stellen genug, wird gesehen und steht bei einem Ausfall der Beleuchtung nicht im Dunklen.
  • Während beim Runterfahren gilt: Je heller desto besser, ist das Hauptziel fürs Raufgehen, dass man gesehen wird und die runterfahrenden Rodler gleichzeitig nicht blendet. Reflektierende Streifen am Gewand (z.B. Warnweste), den Schuhen, dem Helm oder der Rodel haben sich hier bewährt. Viele Lampen haben auch einen "dunklen Modus", mit dem man gesehen wird ohne zu blenden. Helle Modi in Richtung der abfahrenden Rodler oder helle Bink-Modi von Lampen sind jedenfalls kontraproduktiv.
  • Es empfiehlt sich eine Thermoskanne Tee mitzunehmen, denn manchmal haben Hütten des Abends wider Erwarten doch geschlossen.
  • Wer bei Schneetreiben nachtrodeln will sei gewarnt: Mit hellen Lampen blendet man sich durch die weißen, reflektierenden Schneeflocken selbst.

Zu zweit auf einer Rodel

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  • Es ist auch möglich zu zweit auf einer Rodel zu rodeln. Es ist allerdings zu beachten, dass man durch die größere Masse einen größeren Bremsweg hat, wenn nur eine Person bremst. Deshalb ist es wichtig, dass das Rodelteam auf einander eingespielt ist oder dass nur sehr langsam gefahren wird.
  • Beide Personen sollten auch hier auf der Rodeln sitzen nicht wie im Bild liegen. Der Tiroler Rodelverband empfiehlt dass die schwerere/kräftigere Person vorne sitzt.
  • Generell wird das Rodeln auf getrennten Rodeln als sicherer erachtet, weil in schwierigen Situationen die Personen auf der Rodeln schnell koordiniert reagieren müssen. Aber auch das lässt sich üben.

Rodeln mit Kleinkindern

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Viele kleine Kinder lieben rodeln - warum also nicht gemeinsam mit ihnen rodeln gehen? Aber auch wenn nur die Eltern doch wieder gern rodeln gehen wollen und das Kind die ganze Zeit nur schläft, ist das ein Grund die Rodeln auszupacken.

Generell gilt solange das Kind nicht mehr als die Hälfte der Strecke alleine rauf geht: auf die Wärme achten, dass Haube und Handschuhe sitzen. Die volle Wintermontur und ein dicker Wollsack sind Pflicht. Beim Transport des Kindes auf der der Rodel ist es gut, wenn dahinter ein weiterer Erwachsener geht. Das Kind fällt selten herunter, Hauben, Handschuhe etc. aber nur zu oft. Es empfiehlt sich, in einer Thermoskanne warmes Wasser zum Trinken mitzunehmen.

Es gibt mehrere Phasen:

  • Das Kind kann nicht sitzen: hier geht nur mit Tragetuch/Brusttrage oder liegend auf der Rodel. Der Nachteil beim Transport am Körper ist die Überhitzung des Trägers, es ist nicht einfach die Aussenseite des Kindes warm zu halten und selber nicht zu viel zu schwitzen. Es gibt starre Rückenstützen zum Anschrauben am Ende der jeder Rodel, das sind aber unglückliche Konstruktionen in diesem Alter. Man kann das Kind auch einfach auf eine (besser große) Rodel legen, ein Wintersack vom Kinderwagen hat oft Schlaufen zum Fixieren. All das ist ein bisschen eine Spielerei, aber das Probieren lohnt.
  • Die/der Kleine kann sitzen und will was sehen. Auf der Rodel wird es schwierig, weil sich die Kleinen doch viel bewegen. Es gibt wieder die Lösung mit der Rückenstütze, die aber beim Abfahren wieder im Weg ist. Zudem ist das Gewicht auf der Rodel schon eine anständige Bremse. Es erscheint vorteilhafter, auf die in den Bergen sowieso nötige "Kraxn" umzusteigen. Die Kinder sind so auf Augenhöhe der Erwachsenen, sehen viel mehr und nehmen so auch beim Aufstieg mehr teil. Problematisch kann das Abkühlen von Beinen und Armen sein, hier ist Merino-Wäsche für Kleinkinder angesagt.


  • Die Kinder können gehen und sich selbst auf der Rodel halten. Diese Phase sollte man so kurz wie möglich halten, denn dieses Gewicht auf der Rodel hochziehen ist kein Spaß. War man zuvor mit der Kraxn unterwegs, muss diese zu Hause bleiben, sonst wollen die Kleinen dort hinein flüchten, ist ja so viel bequemer dort. Also: alleine gehen lassen, wieder aufsetzen lassen, gehen lassen, in flachen Passagen selber die Rodel ziehen lassen, jemand anderen ziehen lassen, usw.


Kindern das selber Hochgehen schmackhaft machen

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Rodelbahnen sind meist Forststraßen und Forststraßen sind für Kinder auch so ziemlich das Fadeste was der Berg zu bieten hat. Sie wissen zwar, dass es oben auf der Alm etwas Leckeres gibt und sie anchließend Runterrauschen können, aber sie haben kein Zeitgefühl für "1 Stunde" oder "noch einmal so lang".

Ein paar Tricks:

  • Kurze Bahnen wählen oder auf längeren nur einen unteren Teil machen.
  • Wesentlich mehr Pausen mit unterschiedlichen "Themen": nur trinken, dann etwas jausnen, später eine kleine Süssigkeit, aber nicht alles auf einmal.
  • Reden, reden, reden.
  • Zweites Kind mithaben, das schon etwas älter ist und schon eigenständig geht. Das kann natürlich auch nach hinten losgehen, wenn sie sich im Bremsen und Jammern "zusammensprechen".
  • Abschnittsweise abmachen wann es gehen muss und wann es gezogen wird (z. B. Wechsel bei den Kehren).
  • Nicht am Wochenende gehen, wenn viele einfach vorbeiziehen, das deprimiert Kinder und Eltern.
  • Nicht nur den Aufstieg vor Augen haben: bei längeren Pausen auch mal zusammen einen Abstecher im Tiefschnemachen, zum Bach schauen und die Eiskristalle betrachten, etc.
  • Es hilft natürlich, wenn die Eltern auch im Sommer am Berg unterwegs sind.


Kinder Rodeln lernen

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Kind am Mini-Blitz 20080217-132235.jpg

Lange bevor Kinder alleine eine Rodel hochziehen oder selber lenken können, haben sie schon enormen Spaß am Abfahren mit den Eltern. Der Wunsch alleine zu Rodeln kann dann schnell mal kommen. Aber das geht nicht allzu früh. Erstens sind sie meist zu leicht um die Rodel in Gang zu setzen. Zweitens sind die Beine zu kurz um den Boden zu erreichen. Den letzten Punkt sehen auch die wildesten kleinen Raser ein.

Als Faustregel kann gelten: wenn die Kinder eigenständig die gesamte Rodelbahn hochsteigen können, kann man auch andenken, dass sie in der Lage sind, unter Anleitung und naher Begleitung auf einer eigenen Rodel abzufahren. Wirklich üben kann man das Rodeln nur auf einer Rodelbahn: ein Wiesenhang hat selten Kurven und in Bob ist keine Rodel. Es gibt zum Anfangen ein paar ausgewiesene Kinderrodelbahnen wie die Gleirschalm, die sich hier anbieten. Aber auch weniger befahrene Bahnen, mit weicherem Schnee und viel Sonne wie Praxmar.

Die erste Rodel muss also klein und schmal sein, Kurvengängigkeit und Schnittigkeit sind da nebensächlich. Das Kind muss zwingend eigenständig bremsen können, also mit den Füssen den Boden erreichen und auch ausreichend Kraft dafür haben.

Wenn man nicht gerade mit der steilsten Bahn startet, wird man enttäuscht feststellen, dass das Kind nicht vom Fleck kommt. Diese Kinderrodeln sind zu leicht und zu kurz um das bisschen Schwerkraft in Abwärtstrieb umzusetzen. Das ist ein Glück, denn so kann man das Kind am Anfang führen:

  • In langsamen Passagen einfach mit dem Riemen, diesen aber nie an die eigene Rodel anknoten sondern nur in der Hand halten. Wenn man den Riemen auslässt, bleibt die Kinderrodel viel schneller stehen weil sie von alleine kaum abwärts gleitet.
  • In schnelleren und holprigeren Abschnitten beginnt die leichte Kinderrodel, am Riemen gezogen, schnell zum Schlingern. Hier ist es besser, die kleine Rodel zu seiner Seite zu nehmen und direkt am Holm vorne zu halten. Auch hier gilt: Kinderrodel auslassen und diese kommt, wenn man nicht gerade auf einer Eisplatte ist, binnen weniger Meter zum stehen. Selber braucht man meist trotz Vollbremsung länger.

Es ist also klar, dass Kinder anfangs aufgrund des geringen Gewichts nicht wirklich alleine runter fahren können. Erst wenn sie älter und progressiv schwerer werden, können sie mehr und mehr Abschnitte eigenständig befahren, wenn auch langsamer als wir. Dieser sanfte Übergang ist didaktisch ideal.


Die Sache mit den Schipisten

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Die Rodelempfehlung Nummer 8 des Tiroler Rodelverbandes sagt, dass Rodeln auf Schipisten gefährlich und verboten ist auf Grund der großen Kollisionsgefahr mit Schifahren und da in der Nacht festgefrorene Rodelspuren die Pistenqualität beeinträchtigen. Es gibt Situationen, in denen sich manche Rodler trotzdem entscheiden, auf einer Schipiste zu rodeln: Aus Unwissenheit, weil die Rodelbahn viel stärker vereist ist als die Schipiste, weil die Rodelbahn im unteren Teil aper oder gestreut ist, weil "sowieso ganz am Rand" gefahren wird, weil niemand sonst auf der Piste ist und vor dem Abend diese nochmals präpariert wird, weil in der Nacht die Lampe vergessen wurde und die Schipiste besser vom Mond beleuchtet wird, weil die "Schipiste" eine Wiese ist zu der es keine Lifte/keinen Betreiber (mehr) gibt, weil das Schigebiet im Frühjahr schon geschlossen hat, ...

Ein paar Argumente zu diesem Thema seien hier noch zusätzlich erwähnt:

  • Eine Schipiste ist in der Regel viel steiler als eine Rodelbahn. Das heißt man erreicht sehr schnell Geschwindigkeiten, die auf einer Rodelbahn kaum möglich wären.
  • Schipisten sind auch breiter als Rodelbahnen. Dies lässt einen die eigene Geschwindigkeit meist stark unterschätzen. Kleinste Bodenwellen können bei sehr hohen Geschwindigkeiten schon zum Sprung und Sturz führen. Die Gefahr, dass die Beine unter die Kuven kommen ist groß. Selbst wenn man nicht stürzt können Bodenwellen bei hohen Geschwindigkeiten Bandscheibenprobleme zur Folge haben.
  • Auf Grund der geringen Kopfhöhe (verglichen mit Schifahrern) kann man Bodenunebenheiten schwerer/später erkennen.
  • Wenn sich nach einem Sturz die Rodel selbständig macht, kann diese zu einem sehr gefährlichen Geschoß werden.
  • Es gibt Rodelbahnen, die streckenweise baulich nicht getrennt auf Schipisten führen: Die Rodelbahn Christlum beispielsweise, die auch das Rodelbahn-Gütesiegel verliehen bekommen hat.

Rodeln und Hunde

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Ob Hunde "auf einer Rodelbahn etwas verloren haben" ist ein sehr umstrittenes Thema. Im Forum gibt es einige Berichte über Begegnungen mit Hunden mit ungutem Ausgang, z.B. Hunde die abfahrende Rodler verfolgen und beißen oder durch ihr unberechenbares Hin- und Herlaufen zu starkem Bremsen zwingen, Leinen quer über die Rodelbahn, Andere Rodler oder Kinder die sich bedroht fühlen. Die neunte der 10 Rodel-Empfehlungen des Tiroler Rodelverbandes lautet "Keine Hunde". Unter den Leuten die sich über Hunde auf Rodelbahnen beschweren sind auch Hundebesitzer, die ihren eigenen Vierbeiner nicht auf die Rodelbahn mitnehmen. Es gibt aber zweifelsohne auch Hundebesitzer mit Hunden, die sich so benehmen, dass kaum etwas dagegen haben wird:

  • Rodelbahnen mit getrenntem Aufstieg "übersichtlicher Abfahrtsbahn" (wenig Kurven) sind sicher besser geeignet als andere; die Bahn muss breit genug sein für Überholer. Viele Rodelbahnen haben Steige die auch im Winter gut ausgetreten sind.
  • Hunde die verlässlich brav zwischen Herrchen und Rodelbahnrand gehen und sich nicht für runterfahrende Rodler oder andere Personen interessieren und/oder an kurzer Leine angeleint sind werden in der Regel nicht als störend empfunden.
  • Je nach Größe des Hundes kann dieser beim Abfahren auf der Rodel transportiert werden oder mit der Rodel mitrennen. Vom Anleinen des Hundes ist hier wegen der Verletzungsgefahr vom Hund eher abzuraten. Mit Hund ist man langsamer - der Hund bestimmt das Tempo! Rechts fahren und den Hund rechts neben sich laufen lassen - der Hund sucht Blick-Kontakt.
  • Wenig begangene Rodelbahnen (z.B. unter der Woche) sind sicher geeigneter als viel begangene Rodelbahnen. Vielfrequentierte und schnelle Bahnen unbedingt vermeiden!


Verhaltensregeln

Der Tiroler Rodelverband hat eine Rodelfibel mit 10 Rodel-Empfehlungen für sicheres Rodeln gestaltet.

Bemerkungen zur Sicherheit